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Nano-Aquarium - Wunderwelt im Miniaturformat

Kleinst-Aquarien sind ein neuer Trend in der Aquaristik und haben durch das steigende Interesse an kleinen Süßwassergarnelen einen richtigen Aufschwung erlebt. Sie haben Außenmaße von etwa 30 bis 50 cm und fassen weniger als 35 Liter. Solche sogenannten Nano-Aquarien (griech. Nanos = Zwerg) eignen sich für Pflanzen, kleine Wasserlebewesen, wie Garnelen und für einige sehr kleine Fische. Allerdings hat das Bundesinnenministerium für Verbraucherschutz bereits vor über zehn Jahren ein Gutachten über die Mindestanforderung bezüglich Haltung von Zierfischen herausgegeben, das eine Aquariengröße von 60x30x30 cm (ca. 54 Liter Volumen) vorgibt.

Durch den geringen Platzbedarf sind Nano-Aquarien eine attraktive Alternative zum „großen“ Aquarium und bieten Pflegemöglichkeiten für Tiere, die größeren Becken regelrecht verloren gehen würden. Spezielle Wasser- und Futteransprüche lassen sich für manch winzigen Bewohner leichter befriedigen.

Für Anfänger sind sehr kleine Aquarien nur bedingt zu empfehlen. Größere Becken nehmen Pflegefehler (z.B. durch übermäßige Fütterung) leichter hin und die Wasserwerte lassen sich durch das größere Volumen einfach stabiler halten. Je geringer das Wasservolumen, desto schneller und empfindlicher reagiert das gesamte biologische System.

  Die richtige Größe
Aquarien ab 20 Liter Inhalt sind für Zwerggarnelen gut geeignet. Soll nur ein Einzeltier oder eine Einzelpflanze hervorgehoben werden ist ein 12-Liter-Becken gerade noch ausreichend. In einem Becken mit weniger als 12 Liter Wasserinhalt lassen sich aber selbst sehr kleine Tiere nicht mehr artgerecht pflegen. Geht die Tendenz zu einem Mini-Biotop mit verschiedenen Pflanzen- und Tierarten, dann sollte das Nano über mehr als 35 Liter Volumen verfügen.

Der Zoofachhandel bietet spezielle Nano-Komplettsets an, die aus einem Glasbecken, einem Mehrkammer-Innenfilter, einer kleinen Pumpe und einer aufklappbaren Abdeckung mit intergrierter Beleuchtung bestehen.

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  Vorbereitungen
Zu den wichtigen Vorbereitungen gehört die Wahl des richtigen Standortes. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sie zu einer vermehrten Algenbildung und Überhitzung führen kann.

Vor dem Aufstellen auf eine waagrechte und ausreichend belastbare Fläche empfiehlt es sich, das Aquarium noch mit warmen Leitungswasser – ohne Reinigungsmittel – auszuspülen. Auch neu gekaufte Pflanzen sollten gründlich gewässert werden, bevor sie ins Becken eingesetzt werden. Bei Topfpflanzen wird das Kultursubstrat und bei Stängelpflanzen der Schaumstoff entfernt.

  Bodengrund einfüllen
Zuerst wird ein Bodengrund-Depotdünger in das Becken eingebracht. Darauf kommt feiner Quarzsand oder Quarzkies mit einer Körnung bis max. 2 mm. Der feine Kies sieht nicht nur attraktiv aus, sondern verhindert auch, dass Futterreste zwischen den Kieskörnern verschwinden und das Wasser belasten. Durch das vorherige Waschen des Flusssandes oder – kies kann die Wassertrübung beim Befüllen des Aquariums verringert werden.

Die Höhe der Schicht richtet sich nach dem Pflanzenbesatz. Wird auf wurzelnde Pflanzen verzichtet sind bereits 1-2 cm Bodengrund ausreichend. Tipp: Durch die Verwendung eines farbigen Bodengrundes kann man die Wirkung der zu pflegenden Tiere verstärken. Beispielsweise kommen Red-Fire Garnelen auf schwarzem Kies besonders gut zur Geltung.

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  Dekoration platzieren und Aquarium zur Hälfe füllen
Zur Dekoration eignen sich Steine oder Wurzeln. Die Wurzeln müssen vor dem Einbringen gewässert und gesäubert werden. Dabei sollte nur spezielles Aquarien-Holz benutzt werden – keine Wurzeln die noch faulen können. Steine dürfen keinen Kalk enthalten. Tipp: Schäumt ein Stein beim Auftropfen einer Essigessen, dann ist er kalkhaltig. Als Höhlenverstecken für Krebse und Garnelen, z.B. während der Häutung, eignen sich unbehandelte Bambusrohre, Tonröhren oder halbierte Kokosnussschalen.

Das Aquarium kann nun bis zur Hälfte mit Leitungswasser befüllt werden. Dazu eine Tasse auf den Bodengrund stellen und in diese das Wasser gießen, damit das Substrat nicht aufwirbelt. Bei der Verwendung eines Wasseraufbereiters, um Schwermetalle oder gefährliche Inhaltsstoffe zu neutralisieren, muss beachtet werden dass dieser z.B. für einen möglichen Garnelen-oder Krebsbesatz geeignet ist.

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  Aquarienpflanzen einsetzen
Jetzt werden die zuvor gewässerten Pflanzen eingesetzt. Aufsitzerpflanzen, wie Javafarn, Moose oder Zwergspeerblatt wachsen mit ihren Haftorganen an festen Unterlagen fest, müssen aber erst einmal mit Nylon- oder Baumwollfäden festgebunden werden, damit sie nicht auftreiben. Stängelpflanzen sind an der Beckenseite oder in den Hintergrund und Rosettenpflanzen an zentralen Stellen einzupflanzen.

Ein abwechslungsreich bepflanztes Becken schafft nicht nur ein besseres Wasserklima, sondern auch bessere Rückzugsmöglichkeiten für scheue Bewohner. Außerdem können durch schnellwachsende Aquarienpflanzen die Algen im Zaum gehalten werden.

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  Technik installieren
Zum Abschluss den Filter platzieren (wenn möglich mit Einsaugschutz für Garnelenlarven), die weiteren Technikkomponenten, wie Heizung und Thermometer installieren und das Aquarium komplett füllen. Damit ist das Aquarium fertig eingerichtet.


Filter

Je mehr Tiere im Aquarium sind, um so mehr zusätzlicher Sauerstoff sollte durch Bewegung der Wasseroberfläche eingebracht werden. Bei einigen Filtern kann der gewünschte Wasserdurchfluss stufenlos reguliert werden. Engmaschige Ansaugöffnungen schützen die Garnelen- und Krebslarven.

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Heizung
Viele Tierarten fühlen sich nur in ganz bestimmten Temperaturbereichen wohl und zeigen allein unter diesen Bedingungen ihr natürliches Verhalten. Bei zu niedriger Raumtemperatur, z.B. im Winter, werden sie träge und inaktiv. Für Nanos eignen sich Regelheizer, mit eingebautem Thermostat und einer Leistung von 10 bis 25 Watt.



Beleuchtung
Zur weiteren Grundausstattung zählt die Beleuchtung in Verbindung mit einer Zeitschaltuhr, die als Steuerung für einen regelmäßigen Tagesablauf von Tieren und Pflanzen nötig ist. Leuchtmittel für Nanos sind entweder in der Abdeckung integriert oder werden als relativ kleine Klemm- oder Aufsetzlampen an einer Seitenscheibe befestigt.

  Einfahrphase
In den folgenden 2 Wochen befindet sich das Becken in der wichtigen Einfahrphase. Dabei entstehen giftige Schadstoffe aus organischen Abfallprodukten für die noch nicht genügend Bakterien vorhanden sind um sie zu neutralisieren. Während sich die Bakterien im Filter und Bodengrund für das biologische Gleichgewicht vermehren und die Pflanzen anwachsen, sollte möglichst wenig im Becken unternommen werden. Erst wenn die Einfahrphase abgeschlossen ist und sich mit Hilfe von Wassertests kein Nitrit mehr nachweisen lässt, darf man Tiere ins Becken einsetzen.

  Einsetzen der Tiere
Hervorragend für Kleinstaquarien geeignet sind zahlreiche Garnelenarten, von der attraktiv gefärbten Crystal Red bis zur roten Sulawesigarnele. In Nano-Becken ab 20 Liter ist es auch möglich Zwergkrebse zu halten, die durch ihre Farben und ihr interessantes Verhalten begeistern. Auch einige skurrile Schneckenarten haben inzwischen einen festen Platz in den Nanos ergattert.

1. Zwerggarnelen
Zwerggarnelen sind äußerst friedlich und gesellige Tiere, die im Aquarium ständig auf der Suche nach Fressbarem sind und dabei auch den organischen Abfall beseitigen. Durch das unermüdliche Abweiden von Oberflächen, Steinen, Holz und Pflanzenteilen haben sie sich einen guten Ruf als Algenvertilger erworben.

Die bekanntesten Gattungen sind Caridina und Neocaridina, bei denen die größten Arten nur eine Länge von 4-5 cm erreichen und die auch untereinander sehr friedlich sind. Befinden sich im Aquarium allerdings hektisch schwimmende Fische, verstecken sich die Zwerggarnelen tief in dichten Pflanzenbeständen, unter Wurzeln oder in Spalten und man sieht nicht viel von ihnen.

2. Zwergflusskrebse
Ideal geeignet für Nano-Aquarien sind Zwergflusskrebse der Gattung Cambarellus. Die kleinsten Vertreter dieser Gattung erreichen ausgewachsen etwa drei Zentimeter, die größten bis zu viereinhalb Zentimeter. Da sie sich nicht an der Vegetation vergreifen lassen sie sich gut in bepflanzten Aquarien halten. 

Zwergflusskrebse sind tagaktiv, so dass sich ihre spannende Lebensweise gut beobachten lässt. Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen sollte allerdings vermieden werden, da es bei einigen Arten zu Übergriffen auf die Garnelen kommen kann. Außerdem handelt es sich um wahre Ausbrecherkönige, die hervorragend klettern und ein ausbruchsicher gestaltetes Nano benötigen.

3. Schnecken
Schnecken faszinieren mit Farbenvielfalt und bizarren Formen ihrer Schneckenhäuser. Mit dem boomenden Interesse für Garnelen und Krebse sind diese einzigartigen Wassertiere ganz neu ins Blickfeld gerückt.

Die attraktive Zebra-Rennschnecke ernährt sich in erster Linie von Futterresten und Algen, lässt aber Pflanzen links liegen. Eine Eigenschaft, die sie zu einem hilfreichen Pflegling und gern gesehenen Gast im Aquarium macht. Manchmal verlassen sie vorübergehend das Wasser, was oft auf eine zu starke Belastung schließen lässt und einen anstehenden Wasserwechsel signalisiert. Es ist deshalb wichtig das Becken gut abzudecken.

4. Fische
Killifische (Eierlegende Zahnkarpfen) zählen vor allem aufgrund ihrer Farbenpacht zu den beliebtesten Aquarienfischen. Sie kommen selbst in kleinsten Rinnsalen vor und sind sozusagen von Natur aus an Nano-Verhältnisse angepasst. Die lebhaften Zwergbarben sind gesellige Schwarmfische und nur für Nanos ab 25 Liter geeignet. Zwergziersalmler und Panzerwelse können in größeren Nano-Becken ab 35 Liter miteinander vergesellschaftet werden.

Viele Killis eignen sich nicht für das Gesellschaftsaquarium und zeigen nur im Artaquarium ihr natürliches Verhalten. Der Ringelhechtling (Epiplatys annulatus) ist mit einer Länge von 3,5 cm der kleinste Vertreter seiner Gattung und kommt bereits mit Aquarien ab 25 Liter aus. Das Becken für diesen kleinwüchsigen Oberflächenfisch sollte dicht bepflanzt sein, am besten mit Schwimmpflanzendecke. Ein Männchen mit 2-3 Weibchen halten.

  Worauf kommt es bei der Auswahl der Bewohner an?
Um ein Nano-Becken artgerecht einzurichten, müssen die Ansprüche der Tierarten an Wasserqualität, Einrichtung und die Vergesellschaftungsmöglichkeiten beachtet werden:

  • Nur sehr kleine Arten auswählen
  • Wasservorraussetzungen prüfen (z.B. Weich- oder Schwarzwasser)
  • Überbesatz vermeiden: Weniger ist mehr
  • Pflegeansprüche aller gewünschten Arten vergleichen

Für den Besatz gilt folgende Faustregel: In einem 12-Liter-Nano hält man nur eine einzige Art. In 25-Liter-Becken lassen sich zwei Arten vergesellschaften (z.B. eine bodenbewohnende Art mit einer Art, die die mittlere oder obere Wasserschichten bevorzugt). Fasst das Aquarium mindestens 35 Liter können auch drei Arten gehalten werden.

Videos mit Einrichtungsbeispielen


Nano-Aquarium
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