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 Garnelen im Süßwasser-Aquarium
Süßwasser-Garnelen begeistern immer mehr Aquarien-Fans mit ihrer
farbenprächtigen Vielfalt und ihrem interessanten Verhalten. Begonnen hat dieser
Boom wohl mit einer Eigenschaft: Das Vertilgen von Algen. Besonders reizvoll ist
es aber auch, ein für Garnelen spezielles Artbecken einzurichten und die
Gestaltung ganz auf ihre Bedürfnisse abzustimmen.
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Vorm Einzug ins Aquarium
Vor dem Kauf und dem Einsetzen der Tiere muss das
Aquarium erst einige Zeit probelaufen. Dadurch können
sich die für die Wasserstabilität wichtigen Bakterien
im Filtersystem und Bodengrund ansiedeln. Sie sorgen
nach einem anfänglichen Anstieg der Nitritkonzentration, durch bakterielle Abbauprozesse, für
gleichbleibende Wasserqualität. |
Diese Schwankungen der Wasserwerte sind für den Organismus der
Aquarienbewohner nicht ungefährlich. Das Einsetzen der Tiere sollte daher erst nach regelmäßiger Kontrolle des Nitritgehalts und nach einer Anlaufphase von zwei bis drei Wochen erfolgen.
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Offene Aquarien sind für die Haltung von Garnelen nicht
geeignet, da die Tiere herausklettern oder -springen
könnten. Auch Becken mit handelsüblichen Abdeckungen
haben Schwachstellen, wie z.B. zu großzügig
dimensionierte Kabeldurchführungen.
Solche Schlupflöcher lassen sich einfach beheben, indem
man Filterwatte oder zugeschnittenen Schaumstoff in die
Öffnungen klemmt.
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Filterung Beim Filtersystem muss darauf geachtet
werden, dass keine Garnele in die Ansaugöffnung gezogen werden
kann. Dazu sichert man Öffnungen oder zu grobe Gitterkörbe mit
Schaumstoff-Filterpatronen ab. Gut bewährt für ein
Garnelenbecken haben sich Schwammfilter wie der „Hamburger
Mattenfilter“, mit einer Filtermatte und einem Luftheber.
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Auch Patronenfilter mit Lufthebertechnik stellen ein sehr einfaches und wirkungsvolles Filtersystem dar. Außerdem kann man Zwerggarnelen häufig dabei beobachten, wie sie die Oberfläche der Filterschaumstoffmatten regelrecht abweiden. Bei größeren Becken kann auch ein Bodenfilter verwendet werden, mit dem man über einen Außenfilter größere Strömungen erzeugen kann, ohne dass schwebende Partikel in den Filter gesaugt werden.
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Beleuchtung Als Beleuchtung für das
Garnelenaquarium ist eine in die Abdeckung integrierte
Leuchtstoffröhre völlig ausreichend. Durch Anbringen eines
zusätzlichen Reflektors an der Röhre kann die Lichtausbeute noch
verbessert werden.
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Das Licht unterstützt das Pflanzenwachstum und fördert
die Algenbildung. Den Garnelen steht damit neben dem
herkömmlichen Futter auch natürliche Aufwuchsnahrung zur
Verfügung. Da die Lichtausbeute sukzessive abnimmt,
sollten die Leuchtmittel etwa im Jahresrhythmus erneuert
werden.
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Heizung Nur einige wenige Garnelenarten können
bei Zimmertemperatur leben. In der Regel fühlen sich Garnelen
aber nur in ganz bestimmten Temperaturbereichen wohl. Im
natürlichen Verbreitungsgebiet, z.B. der Bienengarnelen,
schwankt die Wassertemperatur jahreszeitlich bedingt zwischen
10° C im Winter und etwa 28° C im Sommer. Bei Temperaturen
deutlich unter 20° C stellen die Garnelen aber ihre
Vermehrungsaktivitäten ein.
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Zur Temperaturreglung können die üblichen
Thermostatheizstäbe verwendet werden. Allerdings muss
auch beachtet werden, dass viele Arten hohe Temperaturen
schlecht vertragen. Das kann vor allem an heißen
Sommertagen zu Problemen führen.
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Worauf muss man bei der Beckeneinrichtung achten?
Bei der Einrichtung eines Garnelenbeckens sollte mit Pflanzen,
Holzstücken und Laub für zahlreiche Versteckmöglichkeiten
ge- sorgt werden. Als Wasserpflanzen eignen sich vor allem
Javamoos, das Hornkraut oder die Wasserpest. Das Javamoos bietet
durch seine starken Verästelungen eine gute Struktur, in der
kleine Garnelen und Jungtiere Unterschlupf finden. Beim
Hornkraut und der Wasserpest handelt es sich um sehr
schnellwüchsige Pflanzen, die von den Tieren abgeweidet werden.
Sie dienen als ideale Nahrungsquelle, da sich zwischen den
feinen Pflanzenteilen Schwebeteilchen und Mulm absetzen.
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 Wurzelholz Wurzeln können im Aquarium zur Strukturierung
verwendet werden. Sie dienen als Kletterhilfe und wirken auf den Betrachter sehr attraktiv.
Außerdem wird die Holzoberfläche von Mikroorganismen
besiedelt, die von den Zwerggarnelen gerne abgeweidet
werden.
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 Herbstlaub
Herbstlaub, wie z.B. Eichen- und Erlenlaub
liefert den Zwerggarnelen wertvolle Aufwuchsnahrung.
Außerdem gibt es Huminsäure ins Wasser ab und hat eine
keimhemmende Wirkung. Das Laub kann gewässert oder
getrocknet ins Becken gegeben werden und sinkt dann nach
einiger Zeit auf den Aquarienboden. |
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 Steine
Viele Garnelen und besonders die Jungtiere
verstecken sich zwischen Steinen. Mit ihren
unterschiedlichen Lochgrößen bieten die Gesteinsstücke den Tieren
willkommene Rückzugsmöglichkeiten.
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Steine
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Welche Garnelen sollen es sein?
Für die Aquaristik lassen sich die Garnelen in drei wichtige Gruppen einteilen.
1. Zwerggarnelen
Zwerggarnelen sind äußerst friedlich und gesellige Tiere,
die im Aquarium ständig auf der Suche nach Fressbarem sind und
dabei auch den organischen Abfall beseitigen. Durch das
unermüdliche Abweiden von Oberflächen, Steinen, Holz und
Pflanzenteilen haben sie sich einen guten Ruf als Algenvertilger
erworben.
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Die bekanntesten Gattungen sind Caridina und
Neocaridina, bei denen die größten Arten nur eine Länge
von 4-5 cm erreichen und die auch untereinander sehr
friedlich sind. Befinden sich im Aquarium allerdings
große oder hektisch schwimmende Fische, verstecken sich
die Zwerggarnelen tief in dichten
Pflanzenbeständen, unter Wurzeln oder in Spalten
und man sieht nicht viel von ihnen.
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2. Fächergarnelen
Fächergarnelen, auch als Radargarnelen bekannt, sind mit
den Zwerggarnelen nah verwandt. Sie sind allerdings etwas größer
und ihre Anatomie ist ganz auf das Leben in schnell fließenden
Gewässern abgestimmt.
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Die ersten beiden Schreitbeinpaare sind zu
fächerförmigen Fangapparaten ausgebildet. Durch
abspreizen dieser Fächer können die Tiere feinste
Nahrung, wie Mückenlarven, Daphnien, Cyclops oder
Algenpartikel aus der Strömung fischen. Mit den
kräftigen Schreitbeinen sind sie in der Lage sich selbst
bei starker Strömung fest am Boden zu halten.
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3. Großarmgarnelen
Großarmgarnelen sollten nicht in einem normal besetzten
Gesellschaftsaquarium gehalten werden, da es unter ihnen viele
räuberische Arten gibt, die geschickte Beutegreifer sind. Ihre
beiden vorderen Schreitbeinpaare tragen Scheren, die sie als
Jagdinstrument einsetzen können und damit auch flinke Fische
erbeuten. Auch Schnecken sind vor ihnen nicht sicher.
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In einem - mit widerstandsfähigen Pflanzen, Wurzeln und
Steinen - gut strukturierten Artbecken kann ein Männchen
mit mehreren Weibchen gehalten werden. Befinden sich
weitere Männchen im Becken, werden diese unterdrückt und
bleiben auch im Wachstum zurück. |
Je nachdem für welche Garnelenart sie
sich entscheiden, friedliches Schwarmtier oder streitsüchtiger
Einzelgänger, müssen sie die speziellen Bedürfnisse
berücksichtigen. Neben einer artgerechten Haltung im
Gesellschafts- oder Artbecken spielt auch die ausgewogene
Ernährung eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden der Garnelen.
Garnelen richtig ernähren Zwerggarnelen weiden im
Aquarium unermüdlich Oberflächen ab, auf denen sich Algen,
Einzeller und Bakterien befinden. Trotzdem sollte etwa alle 2
Tage Zusatzfutter, zu den im Aquarium vorhandenen
Mikroorganismen, gegeben werden. Besonders Großarmgarnelen sind
auf eine zusätzliche Fütterung angewiesen. Auch Fächergarnelen
brauchen eine spezielle Ernährung, wie z.B. feines Staubfutter
und ähnliches, in der Strömung treibendes Futter.
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